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Wertpapiere sammeln -
10 Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene

Klein hat jeder einmal angefangen. So finden viele eher durch Zufall (z.B. ein Geschenk) zu diesem Hobby. Fasziniert von der Schönheit des Wertpapiers, das sogar eine Abbildung ziert, beginnt eine Leidenschaft. Erste ungezielte Käufe folgen vielleicht auf Flohmärkten oder in Internetauktionen, dann erste Kontakte mit dem Fachhandel. Hier stellt der Sammler fest, dass die Vielfalt des Angebots überwältigend ist.


Tipp 1:

Es ist sehr ratsam, sich nach kurzer Zeit bereits auf ein Sammelgebiet zu konzentrieren. An einer ungezielt zusammengekauften Sammlung wird man keine Freude haben.

Das Sammeln von Wertpapieren aus einem bestimmten Land, ohne Eingrenzung auf kleinere Regionen, Epochen oder Branchen, kann ein Budget schnell überfordern.
Beliebte Sammelgebiete sind z.B. Wertpapiere mit regionalem Charakter, US- und internationale Eisenbahnen, Bank- und Versicherungsaktien, Wertpapiere einer Kunstrichtung (Jugendstil, Art deco), dekorative Wertpapiere, Bergbau- und Minengesellschaften, Nonvaleurs der Schifffahrts-, Automobil- oder Luftfahrtbranche und nicht zuletzt auch Autographen, worunter man Alt-Aktien versteht, die Original-Signaturen bekannter Persönlichkeiten tragen. Dies kann jedoch nur ein kleiner Auszug aus den möglichen Sammelgebieten sein.


Tipp 2:

Zu leicht sollte man sich das Sammeln nicht machen, indem man "Historische Wertpapiere" im Abonnement bezieht. Solche Abonnements enthalten meist nur Massenware, die der Sammler teuer bezahlt. Spätestens bei der Veräußerung von Wertpapieren aus einem Abonnement wird die Enttäuschung groß sein!


Ein Hobby für jedermann?

Das Sammeln Historischer Wertpapiere wird noch immer als ein kostspieliges Hobby betrachtet. Hält man sich jedoch an selbst gesetzte Limits, so ist dies nicht der Fall. Schon ab 5 Euro sind schöne Papiere erhältlich. Auf eine nachhaltige Wertsteigerung bei derartigen Stücken sollten Sie jedoch nicht spekulieren.


Tipp 3:

Der Wert eines Historischen Wertpapiers hängt hauptsächlich von den folgenden Faktoren ab: dem Alter des Papiers, seiner ursprünglichen Auflage, den noch verfügbaren (vermuteten) Mengen, der (wirtschafts-)historischen Bedeutung des Emittenten, eventuell vorhandener Original-Unterschriften bedeutender Persönlichkeiten, dem Erhaltungsgrad, der Dekorativität und nicht zuletzt von der Beliebtheit des Sammelgebiets.

Zur bedingt möglichen Kapitalanlage eignen sich daher nur ausgewählte Wertpapiere, die möglichst viele der obigen Kriterien auf sich vereinigen. Der Sammler aus Leidenschaft wird ein dekoratives Wertpapier nicht verschmähen, nur weil von der großen Ursprungsauflage noch große Stückzahlen im Markt verfügbar sind. Im Gegenteil, er wird sich über den günstigen Preis freuen!


Tipp 4:

Entgegnen Sie Anbietern, die Kapitalanlage in Historischen Wertpapieren offerieren, mit großer Skepsis. Oft propagierte Wertsteigerungen wie z.B. 500% in 10 Jahren sind für die Masse aller Nonvaleurs auszuschließen. Nur ausgewählte Stücke verzeichnen größere Wertsteigerungen. Dies rührt daher, dass das Sammelgebiet noch relativ klein ist und nur von etwa 3.000 engagierten Sammlern im deutschsprachigen Raum getragen wird. Oft genannte Zahlen von 10.000 bis 12.000 Sammlern allein in Deutschland sind völlig übertrieben und werden meist nur aus Eigeninteresse propagiert.


Tipp 5:

Vergleichen Sie die einzelnen Händler-Angebote! Nicht selten finden Sie beim gleichen Wertpapier Preisunterschiede von 50 bis über 100 Prozent. Lassen Sie sich nicht durch schöne Hochglanzbroschüren beeindrucken. Die damit verbundenen Kosten tragen Sie beim Kauf eines Wertpapiers mit. Spätestens bei der Veräußerung Ihrer aus aufwändigen Prospekten und Katalogen zusammengekauften Sammlung wird die Enttäuschung groß sein.


Tipp 6:

Schnäppchenpreisen, Preisgegenüberstellungen oder sogenannten Schätzpreisen, die häufig in Auktionen Verwendung finden, sollten Sie auch kritisch begegnen. Offeriert ein Händler ein Papier zu "19,- statt 39,- Euro", so ist das entsprechende Stück auch meist nicht mehr wert als 19,- Euro. Zu verschenken hat schließlich niemand etwas! Wenn in Auktionen sogenannte "Schätzpreise" zur besseren Orientierung angegeben werden, sind diese oft unrealistisch hoch angesetzt. Das vermeintliche Schnäppchen unter dem Schätzpreis hat der Sammler dann doch überteuert oder bestenfalls nur zum normalen Marktpreis erworben, und das in einer Auktion ohne Rückgaberecht! Solche "Verkaufshilfen" werden Sie in unserem Angebot nicht finden!


Tipp 7:

Ein vermeintliches Schnäppchen kann sich als nicht mehr so günstig erweisen, wenn die Qualität des Papiers schlechter ist, als vom Verkäufer beschrieben. Oft kann ein Neusammler aber einen Qualitätsfehler, also einen Schaden selbst nicht erkennen, wenn das Papier z.B. an den Rändern nachgeschnitten wurde, um Einrisse und Fehlstellen zu beseitigen. Spätestens beim Veräußern eines solchen Stücks wird man vom Fachmann auf den Mangel hingewiesen. Dann ist es aber meist zu spät!


Tipp 8:

Auktionsplattformen im Internet suggerieren dem Sammler oft eine äußerst günstige Bezugsquelle für "Historische Wertpapiere". Natürlich sind hier echte Schnäppchen zu finden, doch die Masse des Angebotes sieht nur vermeintlich günstig aus. Viele der sich dort tummelnden Anbieter tun dies als Privatveräußerer, um jegliche Gewährleistungs- und Rücknahme-Verpflichtungen zu umgehen, ganz zu schweigen von den "eingesparten" Steuerabgaben dieser Verkäufer.
Manipulationen durch Scheinbieter bei Internet-Auktionen, die oft nur mit einem Euro Ausruf beginnen, gehören schon zur normalen Praxis, denn wer möchte schon das Risiko eingehen, auch zu einem Euro oder ein wenig mehr verkaufen zu müssen?
Hat ein Sammler ein Schnäppchen erwischt, dann wird seine Freude oft dadurch getrübt, dass sein erworbenes Stück auf ein versandfreundliches Maß gefaltet wird, da der Versand ja möglichst günstig erfolgen muss, nach dem Motto "Was nicht DIN A4 groß ist, wird passend gemacht!". Ein seriöser Händler dagegen würde ein ungefalztes großformatiges Papier niemals auf diese Weise bearbeiten. Dafür benötigt er einen höheren Versandkostenbeitrag, was die gegebene Qualität eines Papiers aber bewahrt (Tipp 7).


Tipp 9:

Auch Präsenzauktionen haben ihre Tücken. Bedenken Sie, dass die Versteigerungsbedingungen eines Auktionshauses i.d.R. alle Ihre Rechte als Verbraucher aushebeln, wie Gewährleistungsansprüche oder die Rückgabe. Sie kaufen "wie gesehen", auch wenn Sie schriftlich, telefonisch oder online bieten! Und für den Zuschlagpreis sind ausschließlich Sie als Käufer verantwortlich, auch wenn dieser völlig überteuert ist! Vergessen Sie nicht das Aufgeld, was im Schnitt ca. 20 Prozent beträgt und dem Zuschlag hinzuaddiert wird.

Umschreibungen wie "Unikat" oder "nur 5 Stücke wurden gefunden" sind völlig unverbindlich. Schließlich ist ein Auktionator keine zentrale Meldestelle für "Historische Wertpapiere", er kann nur Vermutungen anstellen. Lassen Sie sich solche subjektiven Aussagen immer verbindlich bestätigen und halten Sie sich so zumindest eine Preisreduktion in Höhe des Aufgeldes offen, wenn sich eine solche Aussage später als falsch herausstellt, was oft vorkommt!

Besuchen Sie Auktionen am besten persönlich oder lassen Sie sich vor Ort anonym vertreten. Denken Sie immer daran, dass der Auktionator eigene wirtschaftliche Interessen verfolgt, insbesondere dann, wenn er auch den Handel "Historischer Wertpapiere" betreibt und sogenannte "Eigenware" versteigert, die über Dritte eingeliefert wird. Bieten Sie schriftlich am besten nur den Ausruf, denn so kann ein Auktionator Ihren Zuschlagpreis durch Scheingebote nicht nach oben "pflegen", wenn keine weiteren oder nur wesentlich niedrigere Gebote existieren. Vielleicht erhalten Sie das Stück ja dennoch, weil oft sogar das zweit- und dritthöchste Gebot mit Eigenware bedient wird.

Der Markt der "Historischen Wertpapiere" ist noch zu klein, als dass er die jetzige Fülle des Auktionsangebots in Deutschland aufnehmen könnte, was sich an den relativ schlechten Absatzzahlen der Auktionshäuser (oft werden nur um die 50 Prozent der ausgerufenen Lose verkauft) belegen lässt.


Tipp 10:

Schon beim Zusammentragen einer Sammlung sollten Sie an eine spätere Veräußerung oder Teilveräußerung bei einer Sammlungsumstellung denken. Sofern Sie Ihre Kollektion ausschließlich über Internetauktionen erworben haben, werden Sie diese meist auch nur dort wieder los. Wertpapiere, die Sie bei hochpreisigen Anbietern oder bei Händlern erworben haben, die fast ausschließlich "Reichsbankpapiere" offerieren, werden Sie i.d.R. nur mit erheblichen Verlusten veräußern können. Derartige Anbieter wollen oft nur verkaufen. Sie sind Ihnen nur selten bei der Verwertung Ihrer Sammlung behilflich. Kaufen ist bekanntlich immer einfach. Daher sollten Sie bei Ihren Lieferanten deren Veräußerungskonzepte erfragen und zwar ganzheitliche Konzepte, denn ist eine Sammlung erst einmal Ihrer "Highlights" beraubt, dann ist der Rest nur noch schwerlich veräußerbar. Dies geschieht allzu oft bei einer Verwertung über eine Auktion, in der vorrangig nur die besten Stücke verkauft werden. Die unverkauften Lose erhält der Sammler zurück, dann leider mit noch geringeren Veräußerungsmöglichkeiten.


Wir reden auch über die Fallstricke, die das Sammeln Historischer Wertpapiere Ihnen bereiten kann. Andere Anbieter tun dies nicht! Je besser Sie über dieses interessante und schöne Hobby informiert sind, um so mehr Freude werden Sie daran finden! Ob als Profi oder als Neueinsteiger - Sie sollten die obigen Tipps beherzigen. Als Anfänger sollten Sie sich vielleicht einem erfahrenen Marktteilnehmer anvertrauen. Ferner ist das Studium von Fachliteratur unerlässlich. Einige Literaturhinweise finden Sie in unserem Angebot.

Wir vertreten Sie gerne in Auktionen und stehen Ihnen gerne beim Aufbau sowie der Veräußerung Ihrer Sammlung Historischer Wertpapiere mit Rat und Tat zur Verfügung.


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